Als wir klein waren, haben ich und meine ein Jahr ältere Cousine viel mit Karamell experimentiert. Unsere älteren Schwestern hatten uns gesteckt, dass man das ganz einfach aus Butter und Zucker machen könne. Es folgten einige Fehlschläge, von einer gelben Masse, die nicht fest werden wollte zu angebrannten Pfannen und Töpfen, bis hin zu verkrusteten Herdplatten, die für alle Zeiten ruiniert schienen und alles musste wieder blitzblank sein, ehe Mutti heim kam. Aber Ende gut, alles gut, irgendwann hat es geklappt und wir konnten unsere eigenen Karamellbonbons herstellen. Als ich vor ein paar Wochen über das Rezept für die Karamellsoße stolperte, waren sich ich und das Kind in mir sofort einig, dass das mit meinem heutigen Küchen-know-how und den Karamellerfahrungen meiner Kindheit ein Kinderspiel werden würde. Und sieh da, das war es auch. Man braucht nur:
230 ml Wasser
450 g Zucker
230 ml süße Sahne
und ein paar Krümel Meersalz
Das Wasser in eine große Pfanne oder einen großen Topf schütten, den Zucker dazugeben und zwar so, dass er möglichst nicht den Rand des Topfes oder der Pfanne berührt. Nicht rühren!
Dann werden Wasser und Zucker bei mittlerer Hitze erwärmt bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Es gilt noch immer: Nicht rühren! Als Nächstes die Herdplatte auf volle Pulle stellen und warten bis es blubbert.
Die Masse verfärbt sich nach etwa zwanzig Minuten allmählich goldbraun. Jetzt heißt es Ruhe bewahren und noch immer nicht rühren. Die süße Sahne kurz bevor sich die Masse goldbraun färbt, für etwa eine Minute in der Mikrowelle vorwärmen, damit sie beim Einrühren nicht klumpt.
Nun die Sahne langsam unterrühren. Das sieht dann so aus:
Die Platte auf mittlere Hitze runterschalten und solange rühren bis die Masse dickflüssig wird. Danach das Salz dazugeben (man schmeckt es später nicht raus). Um den Aggregatzustand zu testen, einfach die Pfanne kurz von der Platte nehmen und warten bis sich die Soße beruhigt hat. Sie wird auch noch dicker, wenn sie abkühlt.
Wie beim Marmelademachen kann man einen Tropfen Soße auf einem Löffel abkühlen lassen und das Fließverhalten beobachten (und schon mal kosten).
Ist man zufrieden, macht man den Herd aus und füllt die Soße in einen geeigneten Behälter, z. B. in Marmeladengläser.
Die Soße macht sich prima über Vanilleeis, im Kuchen und über Pudding, schmeckt aber auch pur ganz lecker. Sie hält sich im Kühlschrank ein bis maximal zwei Wochen. Einen Teil habe ich zusammen mit gehackten Walnüssen in eine Familienpackung Vanilleeis gestampft und in den Gefrierschrank gestellt. Das kann ich nur weiterempfehlen! Viel Spaß beim Nachkochen!









1 Kommentar:
Yay! Wie geil. Ich habe, ehrlich gesagt, noch nie darüber nachgedacht, selbst Karamellsoße zu machen, aber die Idee gefällt mir so gut, dass ich das unbedingt mal nachmachen muss. :D
Ich bin zwar erst vor kurzem über deinen Blog gestoßen, aber trotzdem beanspruchst du schon einen Großteil meiner Rezeptlesezeichen. (^__^)
Immer weiter so.
Liebe Grüße,
Karo
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